Die Angehörigen des Volkes der B’easvro-sej’o waren von edler Gestalt und edler Gesinnung und besaßen die Begabung sich untereinander mit Gedanken, die sie zu Bildern formten, und ihren Gefühlen zu unterhalten.
Da tauchte eine unheimliche Macht in den Gefilden von Magira auf, Eroberer, die ein gewaltiges Reich schufen. Es waren mächtige Zauberer deren Kräften niemand widerstehen konnte und zum erstenmal kam es zu einem Streit innerhalb des Volkes der B’easvro-sej’o. Ein Großteil sah in diesen Eroberern, die sie als die »Alten Mächtigen« bezeichneten, keine Gefahr für ihr Inselrreich, das sie als zu unbedeutend ansahen. Die wenigen Warner, die ihre Stimmen erhoben, wurden überhört. Nur sie erkannten, dass die »Alten Mächtigen« eine nicht zu unterschätzende Bedrohung für das Volk der B’easvro-sej’o darstellten und bildeten einen Orden mit dem Namen caRhuun, um gegen diese Macht anzukämpfen.
Und es begann die Zeit des Lernens für die caRhuun.
Das Zentrum des Ordens wurde
Albor auf der Insel Subere, ein Berg mit einem natürlichen Höhlensystem, in dem zusätzlich Räume und Hallen ausgebaut wurden. Um sich dem Einfluss der alten Mächtigen zu entziehen, wurde ein magischer Nebel in dem Gebirge errichtet. Auf ganz Magira sollten ähnliche Stützpunkte als Außenposten errichtet werden, die wie im Nebelgebirge einen magischen Schutz enthalten. Nur ein caRhuun kann diesen Schutz erspüren und den Weg durch diese Barriere finden. So wurden die überlebenden caRhuun zu Beobachtern der Alten Mächtigen. Was aus dem Rest des Volkes der B’easvro-sej’o wurde, ist nicht mehr bekannt.
Nach dem Untergang der »Alten Mächtigen« wurde mit dem Bau einer Festung oberhalb des
Albor begonnen: Rhuungard (Schutz der Ehre). Im 7. Jhd. n.K. schrieb Beron als erster die Regeln der caRhuun nieder. Das Gesamtwerk bekam den Titel
Talda-Ron (Schriften der Ehre). Im Laufe der Jahre wurde das
Talda-Ron ergänzt durch erklärende Texte und Weisheiten, dessen Gesamtwerk Talda-Iuminor (Schriften der Weisheiten) genannt wurde.
Doch die Zeit der Ruhe währte nicht lange und neue Gefahren brachen auf den Orden ein. Es kam die Zeit der Finsternis, der Dunkelheit - des
acSouls. Durch den Ehrenkodex geleitet, zogen die caRhuun fort von Rhuungard und den anderen Enklaven, um auf ganz Magira gegen die finsteren Schergen, die dem
acSoul anheim gefallen waren, zu kämpfen. Die meisten fielen im Kampf oder starben auf den Opferaltären und mit ihnen gingen viele ihrer Geheimnisse verloren. Der Schutz im Nebelgebirge war nicht stark genug, um die gewaltigen Heerscharen der Finsternis auf Dauer aufzuhalten, so dass der Stammsitz Rhuungard eingenommen wurde, nachdem die letzten Verteidiger dieser Feste ihr Leben ließen. In der Zeit der Belagerung verbargen die caRhuun so viele Schätze ihres Wissens und ihrer Kunst wie nur möglich in den tiefsten Tiefen des
Albor und verschütteten die Gänge oder schützten sie mit magischen Barrieren.
Nach der Finsternis kehrte ein Einzelner zurück: Caron caRhuun, der über Jahrhunderte hinweg von den Finsteren gefoltert und gemartert wurde. Als sich die Finsternis zurückzog, ließen sie Caron gebrochen zurück. Er nahm seine letzte Kraft zusammen, fand den Weg zurück nach Rhuungard und scharrte einige wenige Nachfahren der caRhuun um sich, und lehrte ihnen in den letzten Monaten seines Lebens die wichtigsten Grundsätze Berons. Aus diesen Frauen und Männern - dreißig an der Zahl - sollte der Orden der caRhuun wieder erstehen.
Danach begann ein Ruf von Rhuungard auszugehen, der in den Jahren, die da folgten, die Nachkommen der Beasvro-sejos zurück nach Subere führte. Die caRhuun glauben, dass der Ruf aus dem
Albor hervorgeht und das Anzeichen dafür ist, dass die Kräfte der Finsternis wieder auflodern und die caRhuun sich auf Rhuungard versammeln sollen. Der wahre Hintergrund jedoch liegt bis heute im Verborgenen.
Und es kam eine Zeit des Verrats. Als der MAGHAN mit seinen Legionen auftauchte und die Inseln in Besitz nahm, gingen die caRhuun ein Bündnis mit ihm ein, da sie seinem Versprechen glaubten, dass er für das So’ul eintreten würde. Er nannte auch sein Reich, das Reich des Feuers, und seine Macht beeindruckte die caRhuun. Doch nur wenige caRhuun traten in den Dienst des MAGHAN, während die anderen darauf hofften, dass die Feste auch ohne eine Bündnis von weiteren Angriffen verschont bliebe. Erst spät, beinahe zu spät, als bekannt wurde, dass die im Dienst stehenden caRhuun als seelenlose Leibgarde (
Rapac-Rhuun) des Imperators endeten und die Legion einen Pakt mit der Finsternis eingegangen war, wurde das Bündnis gebrochen und der MAGHAN nebst seinem Heer von diesem Zeitpunkt an als Bedrohung angesehen.
Heute, im Jahre 40 n.d.F., zählt der Orden ca. 500 Angehörige und nochmal so viele
Tenebre/
Eleven. Ihre Hauptaufgabe besteht zur Zeit darin, die materiellen und ideellen Schätze, die über die Jahrhunderte angesammelt wurden, zu bergen und auszuwerten. Viele der Höhlen im
Albor sind noch unentdeckt oder magisch versiegelt, aber je weiter die caRhuun in die Tiefen der Feste vorstoßen, umso mehr verborgenes Wissen wird entdeckt.
Und es wurde eine Schriftrolle entdeckt. Sie kündigte vom Nahen des neuen
caRon, eines Berufenen der caRhuun, um die auf den Welten Magiras verstreuten noch lebenden Nachkommen der B’easvro-sej’o wieder zusammenzuführen. Und damit brach die Zeit der Hoffnung an.
Rhuungard ist der Hauptsitz der caRhuun und liegt im Nebelgebirge von Subere. Es besteht aus Rhuungard-Tal, mit mehreren Siedlungen von ca. 5.000 Menschen der Urbevölkerung von Subere, und Rhuungard, der Festungsanlage, die hoch über dem Tal auf dem Berg
Albor liegt.
Im Tal gibt es mehrere Dörfer, von Feldern umgeben, die ihnen eine selbständige Versorgung ermöglichen. Sie versorgen die Festungsanlage mit Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen im Tausch gegen Waren und Dienstleistungen, die von den caRhuun hergestellt und erbracht werden.
Rhuungard ist ein komplizierter Komplex von Gebäuden und Höhlen, die sich weit in den Berg
Albor hinein erstrecken und über die Jahrhunderte gewachsen sind. Die caRhuun selbst kennen nur einen Teil der Anlage.
Sobald ein caRhuun laufen und sprechen kann wird er in die Lehren der caRhuun eingeweiht. Der caRhuun beginnt seinen
Tem-Ron (Weg zur Ehre = Lehre/Ausbildung) als
Tenebre. Der
Tenebre wird in allen drei Wegen ausgebildet. Die Dauer des
Tem-Ron richtet sich nach Lern- und Aufnahmefähigkeit des
Tenebre. Danach entscheidet er sich für einen der drei Wege und erhält den Rang des
Eleven:
Der
Temo Calidex ist der Weg des Schwertes. Ihre Angehörigen werden
Calidii oder Schwertmeister genannt. Ihr Bestreben ist es, die Kampfeskunst mit und ohne Waffen mit Hilfe von Übungen physischer und geistiger Art zu vervollkommnen. Die Waffengattungen werden unterteilt in: Klingen, Stäbe, Fernwaffen und waffenloser Kampf. Zu ihrem
Tem-Ron gehört ebenfalls das Wissen über die Anatomie des menschlichen Körpers und wichtiger einfacher Heilmethoden.
Der
Temo Arandor ist der Weg des Wissens. Die
Arandii oder Baumeister befassen sich mit Handwerk, Kunst, Alchemie und Magie, wobei sie bestrebt sind, diese Disziplinen zu einer Einzigen zu vereinen. Diese angestrebte Gesamtkontrolle über das Stoffliche ist das
Gwanadh: eine Symbiose aus Materie und Energie.
Magie der Arandi-Art wird mit Hilfe des in jedem caRhuun sitzenden Lichtsamens gewirkt. Dieser Lichtfunken ist in jedem caRhuun vorhanden, da er vom Licht, dem
Soul, auf die Welt gesandt wird. Die Magie wird je nach Wissensgrad immer komplexer. Aus dem eigenen Funken werden mehrere Lichtpunkt in die Luft gesetzt. Je nachdem wieviel Lichtpunkte in welcher geometrischen Konstellation gesetzt werden, wird eine bestimmtes Ergebnis erzielt. Werden z.B. 3 Lichtpunkte in Form eines Dreiecks mit der Spitze nach oben angeordnet, wird daraus ein Lichtball erzeugt. Zeigt die Spitze nach unten wird das Gegenteil erzeugt: eine Kugel voll Dunkelheit. Wird ein flaches Dreieck erzeugt, wird wenig Licht bzw. Dunkelheit hervorgerufen, bei einem hohen Dreieck (mit längeren Schenkeln) wird viel Licht bzw. Dunkelheit erzeugt. Dies ist nur der Anfang (zweidimensionale Formen). Kombinationen mehrerer Formen (z.B. Licht + Wärme = Feuer) sowie Bewegung und Stillstand (dreidimensionale Formen) sind die nächsten Stufen …
Der
Temo Iuminor ist der Weg der Weisheit. Die
Iuminii oder Schriftmeister beschäftigen sich mit Philosophie, Sprachen und Geschichtsschreibung. Sie wachen über das Quarzstein-Archiv als auch über die Bibliothek der schriftlichen Aufzeichnungen auf Papier. Hervorragende Geschichtenerzähler als auch Barden gehen aus den Iuminii hervor.
Nach der Grundausbildung erhält man die erste Weihe zum
Eleven und bekommt sein Amulett und seinen roten Umhang. Nun entscheidet der caRhuun sich für einen der drei Wege. Nach mehrjähriger Ausbildung erfolgt die zweite Weihe.
Die dritte Weihe, die zum Groß-Cardior ist nur besonders begabten caRhuun vorbehalten. Sie ist mit der Aufnahme in den Großen Rat verbunden, dem obersten Entscheidungsorgan der caRhuun. Er besteht aus neun Groß-Cardii (je drei aus einem Weg), den drei Temptii und dem
caRon. Die drei Temptii sind besonders erfahrene Groß-Cardii, die aufgestiegen sind und nun bei besonders heiklen Fragen entscheiden.
Das kreisrunde Amulett besteht aus einem schweren Material und zeigt das Wappen des Ordens.
Am goldenen Außenrand sind kleine rubinfarbene Steine eingelassen.
Auf das Amulett werden von den Arandi verschiedene Zauber "geladen". Jedoch kann das Amulett nur von seinem Träger genutzt werden, da es mit Hilfe
eines uralten Rituals auf seinen Besitzer "geprägt" wird. Das bedeutet, das Amulett ist für jeden anderen nutzlos und kann dann lediglich zur Zierde getragen
werden.
Falls das Amulett verloren geht, wird es versuchen, zu seinem Träger zurückzukehren. Falls der Träger stirbt, wird es versuchen, sich für andere
Angehörige des Ordens "bemerkbar" zu machen, auf dass es gefunden und zum Sitz des Ordens zurückgebracht werden kann. Andererseits können
Angehörige des Ordens ihr eigenes bzw. ein anderes (trägerloses) Amulett in ihrer Nähe erspüren.